Liebe Pflegeeltern,

vielleicht haben Sie das im Urlaub schon einmal erlebt: Sie sprechen nur ein paar Worte der Landessprache und wenn die Kommunikation schwierig wird, sprechen die Leute auf einmal lauter mit Ihnen. Als ob Sie plötzlich italienisch könnten, wenn es nur schön laut ist!

Genau so geht es manchmal unseren Pflegekindern: wenn Sie etwas nicht verstehen, bekommen sie immer eindringlichere Wiederholungen derselben Information – meistens darüber, was sie doch bitte tun oder lassen sollen. Dabei wäre es viel leichter, wenn man es nur in der richtigen Sprache versuchte.

Denn wir Menschen ticken unterschiedlich. Das hat wenig mit Intelligenz zu tun, aber viel mit unserer individuellen Art zu denken. Deshalb geht es auch bei den Testungen, die unsere Psychologin Kira durchführt, nicht nur um den gemessenen IQ. Wichtiger, aber jedenfalls hilfreicher, als eine Zahl ist das Ergebnis im Hinblick auf Stärken und Schwächen in bestimmten Bereichen. Erst damit kann man sagen, womit man ein Kind überfordert ist und wo Chancen für die pädagogische Arbeit liegen. Oft stellt sich nämlich heraus, dass ein Kind viel mehr kann als ihm seine Umwelt zutraut, wenn man die richtige Kommunikationsform wählt, damit Dinge verstanden werden und auch im Gedächtnis bleiben.

Das kann zum Beispiel über METACOM-Karten gelingen. Die hören sich irgendwie nach Handy an und tatsächlich geht es um Kommunikation, aber um bildliche: Begriffe werden durch leicht verständliche Bilder und Symbole dargestellt. Oft fällt es Kindern erheblich leichter, sich an etwas zu erinnern oder ins Gedächtnis zurückzurufen, wenn es bildlich vermittelt wird. Ein Schriftzug „Zähneputzen nicht vergessen!“ am Badezimmerspiegel wirkt meist nicht so gut wie das Bild einer Person, die sich die Zähne putzt. Und auch die Einhaltung einer Familienregel kann im Eifer des Gefechts oft besser gelingen, wenn man „die gelbe Karte gezeigt bekommt“, als wortreich daran erinnert zu werden, was man doch vereinbart hatte.

Wir sind ja auf dem Flughafen in Rom auch dankbar, wenn uns ein Piktogramm zum Wartebereich führt und nicht das Schild „sala d’aspetto“.

Herzliche Grüße
Leo vom FaMo-Team