Liebe Pflegeeltern,
die Pubertät ist immer eine schwierige Zeit – auch für die anderen in der Familie. In Pflegefamilien ist das nicht anders und es kommen meistens noch einige Probleme dazu. Nicht nur, dass die Jugendlichen plötzlich entdecken, wie peinlich ihre (Pflege-) Eltern doch sind. Dazu kommen noch die völlig normalen Selbstfindungsprobleme, die wohl jeder in dieser Lebensphase hat, die aber hier mit einer schwierigen Biographie zusammenfallen. Sein Selbstbild zu formen, sein Verhältnis zu anderen Menschen zu definieren, all das ist wahrlich nicht einfach.
Apropos Verhältnis zu anderen Menschen, da spielt plötzlich auch das Thema Sexualität eine Rolle. Eltern möchten da natürlich gern ein paar Dinge vermitteln, ehe emotionaler oder anderweitiger Schaden entsteht. Aber, siehe oben, gerade da ist die Eltern-Kind-Beziehung oft besonders schwierig.
Wenn solche Probleme am Horizont auftauchen oder Sie bereits eingeholt haben, möchten wir Ihnen eine Schulung empfehlen, die wir im September anbieten: „Echt jetzt!? Jugendsexualität in Pflegefamilien – Verstehen, begleiten, schützen“ Wir freuen uns, ein so passgenaues Angebot machen zu können, denn die Diplom- und Sexualpädagogin hat eine Fortbildung zusammengestellt, die sich ganz auf die besondere Situation in Pflegefamilien konzentriert. Ihr Blick gilt dabei den Themen, die alle Jugendlichen betreffen, wie Liebe, Freundschaft, Geschlechterrollen und digitalen Vorbilder, aber eben auch Jugendlichen mit Erfahrungen von Bindungsabbrüchen und Grenzverletzungen. Bei diesen gilt es normale Entwicklung zu belastungsbedingtem Verhalten zu unterscheiden und angemessen damit umzugehen. Denn hier reicht es oftmals nicht, auf Erfahrungen aus der eigenen Pubertät zurückzugreifen, die vielleicht ganz andere biografische Voraussetzungen hatte.
Zusätzlich zu dieser Fortbildung wird es in naher Zukunft eine weitere geben, die auf dieser aufbaut und sich mit problematischem sexuellem Verhalten jugendlicher Pflegekinder befasst. Gerne können Sie Anregungen für die Folgeveranstaltung mitbringen, damit Ihre Situation dort berücksichtigt wird.
Sicher, das alles sind für Pflegeeltern keine leichten Themen. Aber um so mehr gilt hier, was wir bei FaMo von Beginn an sagen: Je mehr man weiß, desto besser kann man seinem Pflegekind helfen – und das Leben als Pflegefamilie wird auch einfacher.
Herzliche Grüße
Leo vom FaMo-Team


