Liebe Pflegeeltern,
Sie kümmern sich Tag für Tag liebevoll um Ihre Pflegekinder. Aber Ihr Blick geht auch über den Tag hinaus. Auf lange oder auch gar nicht so lange Sicht werden auch Pflegekinder groß und deswegen sollten rechtzeitig realistische Perspektiven entwickelt werden, und zwar gemeinsam mit den Heranwachsenden. Dabei spielen, wie bei jedem anderen Jugendlichen auch, ganz individuelle Faktoren eine Rolle: persönliche Stärken, eigene Wünsche, aber auch äußere Umstände wie rechtliche Rahmenbedingungen und die Lage am Arbeitsmarkt. Übrigens sollten Sie rechtzeitig bei Ihrem Pflegekind verankern, dass der Berufswunsch TikTok-er eher ein Plan B ist.
Welche Zukunftsperspektive auch in Frage kommen mag, von heute auf morgen wird sie sich nicht verwirklichen lassen. Deshalb schauen wir bei FaMo schon frühzeitig, was für welchen jungen Menschen in Frage kommen könnte und welche Schritte dafür eingeleitet werden sollten. Das können z.B. Anmeldungen oder Folgeanträge sein, die Suche nach einem Ausbildungsplatz oder auch Kurse zur Verselbständigung, wie wir sie in Startbahn 1, unserem Programm für Care Leaver anbieten.
Rechtlich müssen wir dabei unterscheiden zwischen Pflegeverhältnissen, die über das Jugendamt und denen, die über die Landschaftsverbände LVR und LWL geführt werden. In beiden Fällen ist ein Verbleib in der bisherigen Pflegefamilie auch über die Volljährigkeit hinaus möglich, allerdings ist dies aus schwer nachvollziehbaren Gründen für Pflegekinder mit Behinderung (für diese empfehlen wir unser Seminar Nicht plötzlich erwachsen) schwieriger als für andere.
Wir raten in jedem Fall: machen Sie sich frühzeitig Gedanken auch über die langfristige Zukunft Ihres Pflegekindes und sprechen Sie mit Ihrem Fachberater über die verschiedenen Optionen, ehe Zeitdruck aufkommt. Weihnachten kommt schließlich auch immer so überraschend.
Herzliche Grüße
Leo vom FaMo-Team


